Anne L`Huillier (*1958) – Nobelpreis für Physik, 2023

Der Nobelpreis für Physik im Jahr 2023 wurde an drei Forschende verliehen, die sich mit den kürzesten Lichtpulsen, die jemals von Menschen erzeugt wurden, beschäftigen. Diese Lichtpulse dauern nur einige zehn Milliardstel einer Milliardstelsekunde (Attosekunden). Solche extrem kurzen Lichtpulse erlauben die experimentelle Untersuchung entsprechend schneller Prozesse, was von entscheidender Bedeutung für die Untersuchung der Elektronendynamik in Materie ist.
Der Physik-Nobelpreis 2023 wurde an zwei Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin vergeben. Eine weibliche Physik-Nobelpreisträgerin, das ist bemerkenswert – fand auch die Wissenschaftlerin selbst. Anne L’Huillier von der schwedischen Universität Lund sagte kurz nachdem sie von der Auszeichnung erfahren hatte:
„Es bedeutet mir unglaublich viel, es ist unglaublich. Und wie Sie wissen, bekommen nicht besonders viele Frauen diesen Preis. Es ist wirklich etwas Besonderes.“
„Ich wurde schon von meinem Großvater zur Forschung inspiriert, der in Paris übers Radio Physik unterrichtete“, erzählte sie in einem Interview, „ich wollte damals als Kind unbedingt Physik studieren und habe dieses Ziel nie aufgegeben. Darüber bin ich heute sehr glücklich.“ Sie sieht sich als Forscherin, die jungen Leuten, vor allem jungen Mädchen ein Vorbild sein möchte und ihrer Neugierde ein Leben lang nicht nachgeben sollten.
Anne ist mit dem schwedischen Physiker Claes Göran Wahlström verheiratet, mit dem sie viele Jahre in Lund geforscht hat. Sie haben zwei Söhne.
Heute unterrichtet sie dort als Professorin und widmet sich weiterhin intensiv ihrer Forschung. Anne bekam zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen weltweit.

„Für experimentelle Methoden zur Erzeugung von Attosekunden-Lichtimpulsen für die Untersuchung der Elektronendynamik in Materie“, haben Pierre Agostini von der Ohio State University, Ferenc Krausz von der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Anne L’Huillier von der Lund University den Physik Nobelpreis 2023 erhalten. L’Huillier ist die fünfte Frau überhaupt, die diese Auszeichnung erhalten hat:
Nur 6,6 Prozent dieser Preisträger sind Frauen
220 Männer wurden hingegen schon mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Oder wenn man die ganz große Rechnung aufmacht: Gerade mal 6,6 Prozent der Ausgezeichneten insgesamt.
Anne revolutionierte die Attosekundenphysik, indem sie ultrakurze Lichtimpulse entwickelte, mit denen sich die Bewegung von Elektronen in Echtzeit abbilden lässt. Eine Attosekunde ist eine extrem kurze Zeiteinheit, die definiert ist als ein Trillionstel einer Sekunde. Diese Zeitspanne ist so kurz, dass eine Attosekunde zur Sekunde in etwa demselben Verhältnis steht wie eine Sekunde zum Alter des Universums.
Medizinische Diagnostik (Zukunft): Nutzung von Attosekunden-Lasern zur Analyse von Blutproben, um Krebs oder andere Krankheiten anhand biochemischer Veränderungen bereits in einem sehr frühen Stadium zu erkennen.
Autorin: Brigitte Nguyen-Duong, August 2026
Quellen:
https://www.nobelprize.org/prizes/physics/2023/lhuillier/facts
https://www.deutschlandfunk.de/nobelpreis-physik-2023-100.html
Interviews: youtube.com
Bilder:
Anne L’Huillier, Lund University. Von Bengt Oberger – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=138447006
Anne L’Huillier, 2024 in Lindau. Von Vlra13 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?
